Nachrichten zum Märchenwald

Extrem rarer Käfer entdeckt

Der Einbecker Märchenwald ist nun der nördlichste bekannte Fundort vom Rotblauen Ulmenprachtkäfer. Die hier im Juli 2015 entdeckte Käferart wurde bisher weder in Niedersachsen nachgewiesen, noch anderswo so weit im Norden.

 
Der Insektenkundler Reiner Theunert untersucht zur Zeit die Nachtschmetterlinge im Märchenwald. Beim Abklopfen des Unterholzes nach Faltern fiel ein Exemplar des Rotblauen Ulmenprachtkäfers in den Fangschirm. Die Larven dieser Käferart entwickeln sich bevorzugt in dünnen Kronenästen alter Ulmen. Nur im Mittelmeergebiet nimmt der eher südöstlich verbreitete Käfer auch mit anderen Baumarten, wie etwa Linden und Zürgelbaum vorlieb.

Agrilus auricollis, wie er wissenschaftlich heißt, ist jedenfalls in Deutschland extrem rar und überwiegend am Alpenrand verbreitet. Möglicherweise ist er zusätzlich durch das »Ulmensterben« gefährdet – zumindest ist nicht bekannt, ob er auch bei uns auf andere Wirtsbäume ausweichen kann. Im Märchenwald wachsen noch alte Bergulmen, die allerdings auch schon in der Vitalität beeinträchtigt sind.

Prachtkäfer haben einen schillernden Körper und heißen daher im englischen »jewel beetles« (Edelsteinkäfer) oder »metallic beetles« (Metallische Käfer). Rotblaue Ulmenprachtkäfer werden etwa 8 mm lang.

Theunert fand gleich noch eine weitere von den Bergulmen im Märchenwald abhängige Art: Der Bergulmenspanner (Venusia blomeri = Discoloxia blomeri) ist ein nur rund zweieinhalb Zentimeter großer Nachtfalter, der in der Roten Liste der gefährdeten Schmetterlinge Niedersachsens als "vom Aussterben bedroht" geführt wird.

Quelle: Städtler / Küchler
Datum: 09.07.2015


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