Strukturen im Märchenwald

Im Märchenwald wachsen Bäume, die im Wirtschaftswald üblicherweise ausgesondert werden: Bäume mit Drehwuchs, Klump-Füßen, hohlen, krummen oder geteilten Stämmen. Oder mit Knollen vom Baumkrebs, der für die Bäume jedoch nicht lebensbedrohlich ist.

Die Bäume im Märchenwald bieten eine beeindruckende Menge an Strukturen, Nischen und Höhlungen für die viele Tiere und Pflanzen des Waldes. Wohnräume für Vogelarten wie Kleiber, Baumläufer, Spechte. Und für Waldfledermäuse, die in Rindenspalten und Rissen ihre Schlafplätze und Sommerquartiere haben.

Weit ausladenden Kronen mächtiger Bäume sind in luftiger Höhe Habitate für epiphytische Moose und Flechten. Epiphyten sind "Aufsitzerpflanzen", die auf der Oberfläche anderer Pflanzen wachsen. Auch die mächtigen Stämme können Lebensraum solcher Moose und Felchten sein, besonders wenn sie etwas krumm oder geneigt sind.

Mit dem Tod eines Baumes entstehen weitere Strukturen: abgebrochene Stämme, vermoderndes Holz am Waldboden, kleine Lichtungen und versteckreiche Dickichte in den Kronen umgekippter Bäume.

Wirtschaftswälder mit ihren geringeren Baumaltern wirken vergleichsweise langweilig – selbst wenn Förster sich bemühen, einige Habitatbäume ungenutzt zu lassen.

Im Märchenwald hingegen begegnet einem eine immense Formenvielfalt aus Holz auf Schritt und Tritt.

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