Pflanzenwelt im Märchenwald

Im Märchenwald fällt im Frühjahr der Blütenreichtum am Waldboden auf; im Herbst dann die bunte Blättervielfalt an den Bäumen. Dieser Wald ist artenreich. Die Pflanzenerfassung ergab bisher 202 Blüten- und Farnpflanzenarten.

Die reine Artenzahl allein ist allerdings nicht aussagekräftig, da in Wäldern mit Fahrwegen und forstlichen Eingriffen als Störungszeiger viele walduntypische Allerweltsarten eindringen. Diese zumeist stickstoffliebenden Pflanzenarten der Pionier- und Unkrautvegetation sind auch im Märchenwald vorhanden. Ursache sind Rückgassen, Holzagerplätze an den Wegrändern und Lichtungen durch die bis Anfang 2013 erfolgte Bewirtschaftung, ebenso wie die Wegränder an seinen Grenzen.

Dennoch lassen sich über 90 Pflanzenarten als typische Waldarten kennzeichnen – eine hohe Anzahl.

Waldtypische Arten in hoher Zahl

Unter ihnen erkennt man viele typische Pflanzen der Kalkbuchenwälder, beispielsweise Frühlingsplatterbse, Seidelbast, Stattliches Knabenkraut und Haselwurz.

Ebenso gibt es zahlreiche Arten feuchter und gut nährstoffversorgter Lehmböden – etwa Aronstab, Einbeere, Märzenbecher. Der Bärlauch bildet in einigen Bereichen Massenbestände. Säure- und Aushagerungszeiger kommen nur kleinflächig vor (z.B. Schattenblümchen).

Die Bodenvegetation kennzeichnet ausgedehnte kalkreiche Laubwaldstandorte und großflächige entkalkte Lehme, die tiefgründig, nährstoffreich und feucht sind.

Aus dem Rahmen fallen einige wenige lichtliebende Arten, die überhaupt nicht den typischen stickstoffliebenden Wegrandpflanzen entsprechen. Zittergras und Odermennig müssen wohl als Relikte einer mageren Wiese aus der Siedlungsphase des Wendfelds interpretiert werden.

Die Pflanzenartenliste steht im Bereich Infothek zum Download bereit.

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Auf dem Titelbild blüht die Schuppenwurz (Lathrea squamaria) im Märchenwald – eine Pflanze ohne Blattgrün, die auf Baumwurzeln lebt.