Schutz des Märchenwaldes

Mit Beschluss des Umweltausschusses der Stadt Einbeck vom 29.5.2012 ist der Märchenwald geschützt und die Forstwirtschaft hier auf 23,8 Hektar Fläche eingestellt.

Somit sind 4,5 Prozent der Stadtwaldfläche aus Naturschutzgründen dauerhaft aus der Nutzung genommen und uneingeschränkt der natürlichen Entwicklung überlassen. Holznutzung und forstliche Pflegemaßnahmen sind nicht mehr zulässig.

Uraltwälder extrem selten

Die Stadt Einbeck schützt dabei ein ganz besonderes Kleinod. Wälder mit über 200 Jahre alten Bäumen und entsprechend hohem Totholzreichtum sind in Mitteleuropa äußerst selten: Von den 1,9 Prozent der natürlichen Entwicklung überlassenen Wäldern in Deutschland (Stand 2013) sind nur etwa 2 Prozent mit über 200-jährigen Bäumen bewachsen. Da bereits ein großer Teil derartig alter Wälder geschützt ist, kann man aus diesen Zahlen die extreme Seltenheit solcher "Uraltwälder" erahnen.

Schon einmal war der Märchenwald teilweise geschützt. In der forstlichen Standortaufnahme von 1955 heißt es: "Die Stämme dieser räumlich stehenden Bestände haben zum Teil starke Dimensionen und verleihen der Landschaft einen eigenartigen Reiz, dass man das Bestreben der Stadt, einen Teil der Flächen im derzeitigen Zustand zu belassen, sehr verstehen kann." Die Initiative der Stadt Einbeck führte zur forstinternen Einstufung als "Nichtwirtschaftswald" ab 1955 mit der Maßgabe, "den Wald im derzeitigen Zustand zu erhalten" und wurde auch in den forstlichen Betriebsblätter von 1955 und 1965 dokumentiert.

Märchenwald schon einmal geschützt

Der forstinterne Schutzstatus, der Eingriffe allerdings nicht völlig ausschloss, war nicht von Dauer. In den Betriebsblättern von 1975 ist vom "Nichtwirtschaftswald" keine Rede mehr. Auch wenn die Stadtförster seither schonend und strukturerhaltend mit dem Märchenwald umgingen, so haben sie doch bis 2011 immer wieder alte Eichen und Eschen als Wertholz gefällt und so den Altholzanteil des Märchenwaldes verringert.

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